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Thermae Piešťany

Der Krückenbrecher bewahrheitet sich als Symbol

HR
03.01.06
HR



Die Wege, die unsere Gäste nach Piešťany führen, sind verschieden. Wir trafen Petra Johanne Blumenstein, Psychotherapeutin und Redakteurin des deutschen Magazins Naturel und ihre Freundin Simone Behr an einem Nachmittag zum Kaffee.


“Sich als Rollstuhlfahrer einen Kuraufenthalt reservieren zu lassen, ist nicht so einfach”, sagte uns Petra. Simone, eine Psychologiestudentin aus Dresden ist seit mittlerweile 10 Jahren an den Rollstuhl gefesselt. Seitdem ist es für sie viel schwieriger ihren Alltag zu bewältigen. Simone ist für mich eine Freundin geworden und meist verbringen wir auch unsere Kuraufenthalte gemeinsam. Als wir darüber nachgedacht haben, wohin wir fahren wollten, erinnerte ich mich an einen Artikel, den ich irgendwann gelesen habe und in dem das heilsame Mineralwasser und der schwefelhaltige Schlamm in der Slowakei angepriesen wurden. Auf einer Internetseite fanden wir dann Piešťany als den bestgeeigneten Ort. Ohne zu zögern reservierten wir für uns einen Aufenthalt und traten die Reise nach Piešťany mit dem Auto an. Den schönen Kurpark wie auch die lebendige Stadt mit den netten Menschen werden wir vermissen.” 


Und mit welchen Gefühlen geht Simone?
„Ich hatte mir diese drei Wochen Urlaub bzw. Kur für mich schon lange gewünscht, da mein Leben die letzten Jahre nicht einfach war und ich unbedingt Ruhe benötigte, so wie ich mir auch wünschte körperlich weiterhin Fortschritte zu machen.
Nun hatte ich diese drei Wochen und es war für meinen Körper sehr gut. Am besten gefallen haben mir die guten Behandlungen mit dem schwefelhaltigen Schlamm, wo ich zwar in der ersten Zeit der Kur sehr aufgewühlt war, aber gemerkt habe, das es etwas bewirkt, indem zum Beispiel die Krämpfe in den Beinen nachgelassen haben. Selbst jetzt im Nachhinein hält die Wirkung an! Ich habe, als ich zu meiner ersten Therapie in Dresden zurückgekehrt war, so gut wie noch nie zuvor stehen können (mit Hilfsmitteln) und das ist Erfolg pur. Das zeigt, dass das Symbol von Piešťany „ Der Mann der die Krücke bricht“ seine Berechtigung hat.


Zwischen den Behandlungen habe ich die schön gepflegte Bäderinsel immer sehr genossen. Am meisten bekam ich Kraft und Ruhe, wenn ich bis zum Golfplatz gefahren bin, da wo der Blick auf die Berge frei ist und wenig Menschen sind. Aber auch der Seerosenteich war immer atemberaubend schön anzusehen und wirkte auf mich beruhigend. Das Allerschönste war für mich das Schwimmen im Thermalwasser im Schwimmbad Eva, weil ich mich im Wasser lebendig und frei gefühlt habe. Im Wasser kann man sich sowieso viel leichter bewegen, aber dieses Thermalwasser trägt den Körper ganz anders als normales Chlorwasser. Und was gibt es Schöneres als auf dem Wasser liegend den Himmel frei über sich zu haben und diese unendliche Weite zu spüren?“

Revue Piešťany 1/2006




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